46 Millionen Barrel Öl haben E-Autos in Deutschland in den letzten zehn Jahren eingespart
Neue Analyse: E-Autos schützen vor steigenden Ölpreisen, 76 Euro pro Monat gespart
7 bis 15 Milliarden Euro müsste Deutschland zwischen 2026 und 2035 zusätzlich für Ölimporte ausgeben, wenn die Flottengrenzwerte nach den Plänen der Bundesregierung weiter verwässert werden würden
Eine neue T&E-Analyse zeigt, dass Fahrende von E-Autos in Deutschland seit Beginn der Nahostkrise durchschnittlich 76 Euro pro Monat gegenüber Benzinern eingespart haben. T&E fordert daher von der Bundesregierung, an den Flottengrenzwerten für Pkw festzuhalten, statt sich in Brüssel für Verbrenner einzusetzen. Die EU-Ziele garantierten einen schnelleren Markthochlauf von erschwinglichen E-Autos.
Laut Analyse sind Fahrende von Benzinern in Deutschland 8-mal stärker von der Energiekrise betroffen als die von E-Autos. Anfang April, als die Benzinpreise in Europa ihren Höchststand erreichten, kostete das Betanken eines durchschnittlichen Benziners in Deutschland 15,9 Euro pro 100 km, verglichen mit 12,3 Euro pro 100 km im Jahr 2025. Die durchschnittlichen Kosten für das Aufladen eines E-Autos zu Hause lagen bei etwa 8,2 Euro/100 km – im Vergleich zu 7,8 Euro/100 km im Durchschnitt im Jahr 2025.[1] Infolge der Energiekrise geben E-Autofahrende in Deutschland aktuell durchschnittlich 82 Euro pro Monat für das Aufladen aus, während der durchschnittlicher Benzinfahrende 159 Euro pro Monat für das Tanken ausgibt.[2]
Firmenwagen
Bei Firmenwagen mit hoher Kilometerleistung belaufen sich die Betriebskosten für E-Autos in Deutschland durchschnittlich auf 190 Euro pro Monat, während Benziner 365 Euro kosten – eine Ersparnis von 175 Euro. Laut T&E verdeutlicht das den Mehrwert einer ehrgeizigen EU-Verordnung für saubere Firmenfahrzeuge, die den Mitgliedstaaten Ziele für die Elektrifizierung großer Firmenwagenflotten vorgibt. Der Gesetzesentwurf würde zudem dazu beitragen, die Nachfrage nach europäischen E-Autos anzukurbeln, indem Steuervergünstigungen auf E-Firmenwagen beschränkt werden, die in der EU hergestellt wurden. T&E zufolge würde das Gesetz dazu beitragen, Unternehmen und Gebrauchtwagenkäufer vor starken Kraftstoffpreisschwankungen zu schützen.
Dieselfahrzeuge
Fahrende von Dieselfahrzeugen in Deutschland sind 12-mal stärker von der Energiekrise betroffen als Fahrende von E-Autos. Anfang April beliefen sich die Kraftstoffkosten für ein Dieselfahrzeug auf 16,8 Euro pro 100 km, verglichen mit durchschnittlich 11,1 Euro pro 100 km im Jahr 2025. Infolgedessen gaben Fahrende von E-Autos im Durchschnitt 86 Euro weniger pro Monat für das Aufladen aus als Fahrende von Dieselfahrzeugen für Kraftstoff. Elektro-Firmenwagen kosteten im Durchschnitt 197 Euro weniger pro Monat im Unterhalt als Diesel-Firmenwagen.
Sebastian Bock, Geschäftsführer von T&E Deutschland, sagt: „E-Autos schützen vor hohen Spritpreisen. Die Bundesregierung ist auf dem falschen Kurs, wenn sie sich in der größten Ölkrise der letzten 50 Jahre in Brüssel für Verbrenner einsetzt. Sie schadet damit Verbraucherinnen und Verbrauchern und bremst die Planungssicherheit für die Autoindustrie aus. Deutschland darf es nicht zulassen, dass die Flottengrenzwerte weiter aufgeweicht werden. Und statt dem Tankrabatt brauchen wir Lösungen wie Social Leasing und verbindliche Elektrifizierungsziele für große Unternehmensflotten, die den Umstieg auf E-Autos ankurbeln und die heimische Industrie unterstützen.”
Elektroautos haben Milliarden für Öl eingespart
In den letzten zehn Jahren haben batteriebetriebene E-Autos in Deutschland 46 Millionen Barrel Öl eingespart, was den Kosten für Rohöl in Höhe von 3,5 Milliarden Euro entspricht, so die Analyse. Die EU-Kommission hat jedoch vorgeschlagen, die CO2-Ziele für Pkw in der Union zu schwächen, die der Haupttreiber für den Umstieg auf E-Autos in Europa sind.
Aktuell fordert die Bundesregierung eine noch stärkere Abschwächung der Ziele, als sie die Kommission vorgeschlagen hat. T&E warnt, dass die Bundesregierung damit die Ölimportabhängigkeit verlängern und den Aufbau lokaler Wertschöpfungsketten und Jobs gefährden würde. Nach aktuellen T&E-Berechnungen würden die Forderungen der Bundesregierung dazu führen, dass Deutschland zwischen 2026 und 2035 zusätzlich Öl im Wert von 7 bis 15 Milliarden Euro importieren müsste, weil weniger E-Autos auf der Straße wären. Zudem würde der Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge im Jahr 2035 auf 53 bis 76 Prozent sinken – statt der 85 Prozent, die der aktuelle Vorschlag der Europäischen Kommission vorsieht. Letzterer ist bereits eine Abschwächung der aktuellen Regulierung, die für 2035 noch 100 Prozent vorsieht.
ENDE
Hinweise für die Redaktion:
[1] Die Analyse basiert auf den Preisen, die in der ersten Aprilwoche verzeichnet wurden, als der durchschnittliche Benzinpreis in der EU seinen Höchststand erreichte. In der EU lag der durchschnittliche Benzinpreis an der Tankstelle bei 1,90 Euro pro Liter und der Dieselpreis bei 2,10 Euro pro Liter. Dies entspricht einem Anstieg des Benzinpreises um 15 Prozent und des Dieselpreises um 36 Prozent im Vergleich zu den Durchschnittspreisen des Jahres 2025.
Für die durchschnittlichen Strompreise für Verbraucher im April liegen keine Daten vor. Die Analyse geht davon aus, dass die Strompreise für Verbraucher nur teilweise mit den Gaspreisen korrelieren. Angesichts der Verzögerung, die in der Ukraine-Krise zwischen dem Anstieg der Stromgroßhandelspreise und deren schrittweiser Weitergabe an die Verbraucher zu beobachten war, geht die Analyse von einem Preisanstieg von 6 Prozent bis Anfang April aus.
[2] Die Berechnungen der monatlichen Kraftstoffausgaben der Autofahrer basieren auf den durchschnittlichen Benzin- und Dieselpreisen in Deutschland in der ersten Aprilwoche. Die Benzinpreise haben seitdem um maximal 0,05 Euro pro Liter geschwankt. Die durchschnittlichen Dieselpreise unterlagen größeren Schwankungen, liegen jedoch weiterhin 30 Prozent über den Werten vor der Krise.
150 neue Kraftwerke: Das kostet der Netzausgleich, sollte die EU ihre Ziele für E-Autos drastisch senken
Trotz steigender Nahrungsmittelpreise: Weltweite Biokraftstoff-Nachfrage dürfte bis 2030 um fast 70 Prozent steigen
Hohe Biokraftstoff-Ziele für den Verkehr werden den weltweiten Anstieg der Nahrungsmittelpreise und die Düngemittelknappheit weiter verschärfen
Vorschläge der Bundesregierung würden Elektromobilität erheblich ausbremsen und zusätzliche Milliardenkosten für Ölimporte verursachen
Neue T&E-Analyse zu CO2-Flottengrenzwerten