Pressemitteilung

Frankfurt unter den zehn umweltschädlichsten Flughäfen weltweit

13. Mai 2026

Europäische Flughäfen verursachen mehr Emissionen als Lateinamerika, der Nahe Osten und Afrika insgesamt.

Die Flughäfen Dubai, London Heathrow und Los Angeles verursachen dreimal so viele CO2-Emissionen wie die Stadt Paris. Frankfurt ist auf Platz acht der weltweit umweltschädlichsten Flughäfen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Thinktanks ODI Global, in Zusammenarbeit mit T&E und mit Daten des International Council on Clean Transportation (ICCT). Sie analysiert die Auswirkungen von 1.300 Flughäfen auf das Klima und die Luftqualität.

Der “Airport Tracker“ analysiert auf Flughafen-Ebene die CO2-Emissionen von Passagier-, Fracht- und Privatjetflügen sowie lokale Umweltverschmutzung. Er zeigt die unverhältnismäßig großen Auswirkungen einiger weniger Flughäfen auf Klima und Gesundheit. Analysiert wurden Daten aus 2023. Sie sind die aktuellen vorliegenden Daten. Mit insgesamt sechs Flughäfen ist London in allen analysierten Maßeinheiten der größte Verursacher von flughafenbedingter Umweltverschmutzung: CO₂, Stickoxide (NOx), Kohlenmonoxid (CO), Kohlenwasserstoffe (HC) und Feinstaub (PM2,5).

Weltweit sind nur 100 Flughäfen für etwa zwei Drittel der gesamten CO2-Emissionen aus Passagierflügen verantwortlich. Allein die Flughäfen in zwei Ländern – den USA und China – verursachen mehr als ein Drittel der gesamten CO2-Emissionen. Europäische Flughäfen verursachen mehr CO2-Emissionen als alle analysierten Flughäfen in Lateinamerika, dem Nahen Osten und Afrika zusammen.

Die Studie ist ein weiterer Beleg dafür, dass die Luftfahrtbranche weit davon entfernt ist, emissionsfrei zu werden: Alle im Tracker erfassten Flüge zusammengenommen haben 2023 insgesamt 1.022 Milliarden Tonnen CO2-Emissionen verursacht. Damit wäre der Luftverkehr, wäre er ein Land, der fünftgrößte Emittent weltweit.

Sebastian Bock, Geschäftsführer von T&E Deutschland sagt: „Wir heizen ungezügelt das Klima an, wenn wir Flughäfen weiter ausbauen, ohne vehement in die klimaneutrale Luftfahrt zu investieren. In den meisten europäischen Hauptstädten und Regionen halten wirtschaftliche Ausbau-Argumente den neuesten Fakten nicht mehr stand. Es ist höchste Zeit, unsere Energieunabhängigkeit und die Gesundheit der Menschen zu priorisieren. Dafür müssen Flughafenkapazitäten nicht nach wirtschaftlichen Scheinargumenten, sondern verstärkt nach Luftqualität und Lärmschutz ausgerichtet werden.“

Sam Pickard, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei ODI Global, sagte: „Seit dem Pariser Klimaabkommen 2015 haben wir beobachtet, wie viele Sektoren ihre Emissionen schrittweise gesenkt haben, während die Luftfahrtemissionen stetig gestiegen sind. Hinzu kommt, dass wir immer noch regelmäßig von Plänen zum Ausbau von Flughäfen hören, die den Ausreißerstatus des Sektors in Bezug auf Emissionen ignorieren. Dies sollte nicht länger mit halbherzigen Versprechungen zur Förderung teurer sogenannter nachhaltiger Flugkraftstoffe oder schwachen Ausgleichsmechanismen unter den Teppich gekehrt werden. Eine echte Strategie und ein Fahrplan, die das Nachfragemanagement einschließen, sind dringend erforderlich.“

ENDE

Hinweise für die Redaktion:

Die Website zum „Airport Tracker“ finden Sie hier. Der ODI Global Policy Brief „Flughafenerweiterungen und Emissionen im Luftverkehr“ ist hier verfügbar.

Über ODI

ODI Global ist ein unabhängiger Think Tank für globale Angelegenheiten. Wir setzen uns dafür ein, Menschen zu motivieren, gegen Ungerechtigkeit und Ungleichheit vorzugehen. Durch Forschung, Dialog und Einflussnahme entwickeln wir Ideen, die für die Menschen und den Planeten von Bedeutung sind.

Über den International Council on Clean Transportation (ICCT)

Der ICCT ist eine unabhängige Forschungsorganisation, die Umweltbehörden erstklassige, unvoreingenommene Forschungsergebnisse sowie technische und wissenschaftliche Analysen zur Verfügung stellt. Unsere Mission ist es, die Umweltbilanz und Energieeffizienz des Straßen-, See- und Luftverkehrs zu verbessern, um die öffentliche Gesundheit zu fördern und den Klimawandel einzudämmen.