E-Lkw überholen Diesel bei den Betriebskosten – Ersparnis in Deutschland besonders groß
Tankrabatt schafft nur kurzfristig Entlastung. E-Lkw bieten Spediteuren langfristig Schutz vor Dieselpreisschocks und sparen über fünf Jahre mindestens 85.000 Euro.
Laut einem neuen Bericht von T&E sind die Gesamtbetriebskosten von E-Lkw in sechs der neun wichtigsten EU-Märkte günstiger als Diesel-Lkw. Auf die analysierten Märkte entfallen 46 Prozent aller in der EU neu zugelassenen schweren Lkw. In Deutschland sind die Kostenersparnisse mit am höchsten: Über einen Zeitraum von fünf Jahren betragen sie 85.000 Euro, wobei sich E-Lkw bereits nach zwei Jahren amortisieren. Angesichts der derzeit hohen Dieselpreise könnten die Einsparungen auf 106.000 Euro steigen.
Bislang haben europäische Lkw-Hersteller den Markt dominiert. Doch inzwischen sind äußerst wettbewerbsfähige E-Lkw aus China und den USA zu einem deutlich niedrigeren Kaufpreis im Angebot. Für Deutschland könnten sie über einen Zeitraum von fünf Jahren zusätzliche Einsparungen in Höhe von 34.000 Euro bedeuten. Dies sollte laut T&E ein Weckruf für die europäischen Lkw-Hersteller sein, da angesichts der geringen Margen in der Branche der Gewinn im Vordergrund steht. Sie müssen daher ihre Produktion von E-Lkw beschleunigen und ausweiten, um ihre Marktführerschaft zu behalten.
Johanna Braun, Managerin für E-Mobilität im Bereich Lkw bei T&E Deutschland, sagt: „Der europäische Vergleich zeigt: Die Bedingungen für E-Lkw sind in Deutschland besonders gut. Schon nach zwei Jahren machen sich die Investitionskosten bezahlt und Speditionen können mit E-Lkw Geld sparen. Gleichzeitig sind E-Lkw der beste Schutz vor Schocks am Ölmarkt. Der Tankrabatt der Bundesregierung hingegen wird tausende Unternehmen kurzfristig in falscher Sicherheit wiegen und die Abhängigkeit der Transportbranche von teuer importiertem Diesel unnötig verlängern.”
Die Kostenvorteile von E-Lkw schlagen sich bereits in steigenden Verkaufszahlen nieder. 2025 waren 3,2 Prozent aller in der EU neu verkauften Lkw über fünf Tonnen elektrisch. In Deutschland waren es im selben Jahr bereits 7,2 Prozent, ein Anstieg um ca. 60 Prozent gegenüber 2024. Dabei profitiert besonders der deutsche Hersteller Daimler Trucks. Während der Marktanteil des Lkw-Herstellers bei Diesel-Lkw bei knapp 20 Prozent stagniert, ist sein Marktanteil bei E-Lkw mit knapp 40 Prozent doppelt so hoch und wächst weiter stark an. Zusammen mit dem zweiten deutschen Hersteller MAN haben deutsche E-Lkw-Marken derzeit einen Marktanteil von gut 50 Prozent unter europäischen Neuzulassungen.
Johanna Braun sagt: “Deutsche Lkw-Hersteller profitieren gerade besonders stark vom E-Lkw-Hochlauf. Um diese Marktführerschaft zu sichern, muss die Bundesregierung die Rahmenbedingungen für den Markt mindestens stabil halten und allen Marktteilnehmern Investitionssicherheit geben. China drängt bereits mit wettbewerbsfähigen E-Lkw auf den Markt. Wenn die europäischen Elektrifizierungsziele abgeschwächt werden, profitieren außereuropäische Lkw-Hersteller und sichern sich Marktanteile. Anstatt die europäischen Ziele immer weiter zu verschieben, sollten heimische Hersteller sich darauf fokussieren, ihren Vorsprung im eigenen Markt zu behaupten. ”
T&E fordert, dass sich die Bundesregierung dafür einsetzt, dass die CO2-Flottengrenzwerte für Lkw nicht verwässert werden. Laut T&E darf das CO2-Ziel von - 43 Prozent bis 2030 nicht weiter ausgehöhlt werden. Es ist entscheidend, um sicherzustellen, dass die Hersteller mehr E-Lkw anbieten und die notwendigen Skaleneffekte erzielen, um die Preise weiter zu senken.
ENDE
Anmerkungen für die Redaktion:
Die neue T&E-Analyse wird heute gemeinsam mit einem Tool zum Kostenvergleich für E-Lkw und Diesel-Lkw veröffentlicht. Zu unserem TCO-Tool.
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