Iran-Krise: Dieselkosten steigen monatlich um 1.210 Euro pro Lkw
In Deutschland steigen die Treibstoffkosten für Diesel-Lkw 2,5-mal mehr als die für E-Lkw. E-Lkw könnten die europäischen Ölimporte bis 2035 um 22 Prozent senken und Europa 28 Milliarden Euro einsparen.
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Eine neue T&E-Analyse zeigt, dass die aktuelle Volatilität der Ölpreise die monatlichen Kraftstoffkosten für Diesel in Deutschland um durchschnittlich 1.210 Euro pro Lkw erhöhen wird. [1] Damit steigen die Tankkosten für Diesel-Lkw 2,5-mal mehr als die Ladekosten von E-Lkw. Laut T&E sind Diesel-Spediteure besonders anfällig für Schwankungen auf den Ölmärkten, da Kraftstoffkosten in der Regel etwa ein Drittel der Betriebskosten im Straßengüterverkehr ausmachen und viele Unternehmen mit Margen von nur 2 Prozent arbeiten.
E-Lkw sind von den Schocks am Ölmarkt unabhängiger und bieten besseren Schutz vor volatilen Kraftstoffpreisen. In Deutschland werden sich die monatlichen Energiekosten für E-Lkw voraussichtlich nur um 460 Euro erhöhen. Im Vergleich zu Diesel-Lkw ergibt das eine Ersparnis von insgesamt 1.760 Euro. Es könnte sogar noch mehr gespart werden, wenn Spediteure den Energiebedarf aus dem Stromnetz senken, indem sie in eigene Solaranlagen und Batteriespeicher investieren.
Johanna Braun, Managerin E-Mobilität Lkw bei T&E Deutschland, sagt: “Die Iran-Krise zeigt wieder deutlich, wie anfällig Diesel-Lkw für Schocks am Ölmarkt sind. E-Lkw sind krisenfester und günstiger im Betrieb. Trotzdem versuchen europäische Hersteller ihren Hochlauf zu verzögern, indem sie die Flottengrenzwerte für Nutzfahrzeuge aufweichen wollen. Das würde nur die Massenproduktion und damit niedrigere Einkaufspreise für E-Lkw ausbremsen. Am Ende ist die Wirtschaft mit steigenden Logistikkosten konfrontiert. Europa muss schneller aus der fossilen Falle!”
Lkw tragen überproportional zum europäischen Ölbedarf bei. Fast 20 Prozent aller Ölimporte des Straßenverkehrs in der EU entfallen auf Lkw, obwohl sie nur 2 Prozent der Fahrzeuge ausmachen. Dadurch wirken sich globale Ölpreisschocks über den Güterverkehr schnell auf die europäische Wirtschaft aus.
Die Flottengrenzwerte für Nutzfahrzeuge könnten Europas Abhängigkeit von Ölimporten bis 2035 um 22 Prozent verringern. Dies würde Europa Einsparungen in Höhe von 28 Milliarden Euro bringen. Die jüngst abgeschwächten CO2-Flottengrenzwerte bergen die Gefahr, dass sich die Elektrifizierung verzögert und Europa länger von importierten fossilen Brennstoffen abhängt.
Anmerkung für die Redaktion:
[1] Die Analyse von T&E geht davon aus, dass die durchschnittlichen Dieselpreise an den Tankstellen auf einem hohen Niveau von etwa 2 Euro pro Liter bleiben, wie es zuletzt während der Energiekrise 2022 der Fall war, als die Ölpreise bei etwa 100 Dollar pro Barrel lagen. Im Durchschnitt bedeutet das einen Anstieg der Dieselpreise in Deutschland um 33 Prozent gegenüber dem Durchschnittswert von 2025.
Die Analyse geht davon aus, dass der durchschnittliche Strompreis für gewerbliche Verbraucher in Deutschland mittelfristig um 17 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 steigen wird. Diese Annahme basiert auf den Erfahrungen aus der Krise von 2022, als die Großhandelsstrompreise sprunghaft anstiegen, die Endverbraucherpreise jedoch über einen längeren Zeitraum von 2 bis 3 Jahren hinweg schrittweise zunahmen.
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