Pressemitteilung

Die deutsch-französische Einigung zu den Flottengrenzwerten ist ein historischer Fehler, der die Klimaziele und die europäische Autoindustrie massiv schwächt

16. Oktober 2026

Das Abschwächen der CO2-Flottengrenzwerte für Pkw und der IAA-Anforderungen gefährdet Europas Position im globalen Wettlauf um E-Autos und Batterien

T&E bezeichnet die Einigung der französischen und deutschen Regierungen, die CO₂-Ziele der EU für Pkw und die IAA-Anforderungen zu lockern, als „historischen Fehler“. Die beiden Regierungen wollen, dass in der EU montierte Pkw, die jedoch mit chinesischen Batterien ausgestattet sind, als „Made in EU“ gekennzeichnet werden dürfen. Das gefährdet die gesamte europäische Batterie-Lieferkette, warnt T&E.

Susanne Goetz, Senior Referentin für E-Mobilität bei T&E Deutschland, sagt: „Diese Einigung ist katastrophal für den Industriestandort Europa, unser Klima und Verbraucher. Während Autofahrerinnen mit rekordhohen Kraftstoffpreisen konfrontiert sind, einigt man sich auf eine Position, die unsere Abhängigkeit von Öl verlängern und das Angebot an bezahlbaren E-Autos reduzieren würde.”

T&E hat die Einigung analysiert und kommt zu dem Schluss, dass das vorgeschlagene Abkommen den E-Auto-Absatz von 57 Prozent, basierend auf den derzeit geltenden Grenzwerten, auf 43 Prozent im Jahr 2030 reduzieren würde. Das würde die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Autohersteller bei E-Autos gegenüber der Konkurrenz aus China gefährden, wie der jüngste T&E-Fortschrittsbericht zu E-Autos zeigt. Für die Verbraucher bedeutet dies, dass die Verfügbarkeit günstiger Modelle drastisch sinken würde.

Der Vorschlag sieht vor, dass von 2028-29 lediglich 10 Prozent der Batteriezellen aus Europa bezogen werden sollen, 2030-31 soll der Anteil auf 20 Prozent steigen. Das schwächt die europäische Batterieproduktion und setzt die Zielvorgaben deutlich unter das heute schon erreichte Niveau. Bereits im Jahr 2025 stammten über 50 Prozent der Batteriezellen in den in der EU verkauften E-Autos aus Europa. Eine niedrigere Schwelle würde die gesicherte Nachfrage für europäische Gigafabriken zunichte machen, wodurch 164 GWh Produktionskapazität im Jahr 2027 und 254 GWh im Jahr 2030 gefährdet wären.

„Merz und Macron sprechen über den Schutz der heimischen Arbeitsplätze, während sie mit diesem Vorschlag die Transformation ausbremsen und die europäische Wertschöpfung im Industrial Accelerator Act schwächen. Dieser Vorschlag gefährdet wichtige Investitionen, indem Anreize für den Aufbau einer europäischen Batterieindustrie und einer grünen Stahlindustrie abgebaut werden. Im Wettbewerb mit China kann sich Europa nur behaupten, wenn wir die Technologien der Zukunft hier vor Ort selber produzieren. Die deutsch-französische Einigung ist eine Kapitulation vor dieser Aufgabe.”, sagt Susanne Goetz.

T&E fordert die Mitglieder des Europäischen Parlaments und die EU-Mitgliedstaaten auf, diese Schwächung der CO2-Ziele für Pkw abzulehnen und sich auf wirksame „Made-in-Europe“-Maßnahmen sowie ehrgeizige Elektrifizierungsziele für große Firmenwagenflotten zu einigen, die ab 2027 eine steigende Nachfrage nach europäischer Batterieproduktion gewährleisten würden.

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