Pressemitteilung

Schneller Umstieg auf E-Firmenwagen Made-in-Europe könnte 2030 134.000 zusätzliche Jobs in Deutschland schaffen

21. Oktober 2026
  • Deutschland würde EU-weit am meisten profitieren: Durch die EU-Vorgaben zur Elektrifizierung großer Firmenwagenflotten und Beschränkung von Steuervorteilen auf elektrische Unternehmensflotten Made-in-Europe könnten in Europa tausende zusätzliche Jobs in der Autoindustrie entstehen.

  • Das jüngste Auto-Abkommen zwischen Merz und Macron wäre katastrophal für den Industriestandort Europa und würde die Wirkung der geplanten „Made-in-Europe“-Maßnahmen der EU komplett aushöhlen.

Im Jahr 2030 könnten allein in Deutschland 134.000 zusätzliche Jobs entstehen, wenn Firmenwagen großer Unternehmen schneller elektrifiziert werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie von Fraunhofer ISI im Auftrag von T&E. Demnach könnten in Deutschland zwischen 2026 und 2030 bis zu 4,7 Milliarden Euro zusätzliche Investitionen fließen. Voraussetzung dafür ist laut Studie die schnellere Elektrifizierung der Firmenwagen und dass nationale Steuervorteile auf in Europa hergestellte elektrische Firmenwagen beschränkt werden.

Die Studie ermittelt die industriellen Auswirkungen einer moderaten bis schnellen Elektrifizierung kombiniert mit Vorgaben für die lokale Wertschöpfung. Sie untersucht den EU-27 Markt und zeigt, dass nach Deutschland am meisten Jobs in Polen (38.500) und der Slowakei (26.200) entstehen würden. Insgesamt könnten laut Analyse 2030 bis zu 344.000 zusätzliche Jobs in der EU entstehen.

Der EU-Vorschlag für saubere Firmenfahrzeuge (Clean Corporate Vehicles Regulation, CCVR) sieht vor, dass im Jahr 2030 im europäischen Durchschnitt 45 Prozent der neuen Firmenwagen großer Unternehmen elektrisch sein müssen. Das Gesetz sieht in Artikel 4 zudem vor, die finanzielle Unterstützung für Firmenwagen aus öffentlichen Mitteln ab 2028 auf emissionsarme und emissionsfreie Fahrzeuge aus europäischer Produktion zu beschränken. Die Kriterien für die europäische Produktion gibt das aktuell parallel auf EU-Ebene diskutierte EU-Gesetz Industrial Accelerator Act (IAA) vor. Firmenwagen machen knapp zwei Drittel des europäischen Neuwagenabsatzes aus. Sie sind daher der effektivste Hebel, um die Elektrifizierung zu beschleunigen und die europäische Produktion zu fördern.

Deutsche Hersteller und Standorte würden laut Analyse von der CCVR besonders profitieren. VW verkauft etwa 68 Prozent seiner Autos auf dem europäischen Firmenwagenmarkt und hat bei elektrischen Firmenwagen einen erheblichen Vorsprung gegenüber anderen Herstellern. Durch die EU-Regulierungen könnten im Jahr 2030 zwischen 14.000 und 56.000 zusätzliche Jobs alleine bei VW entstehen. Diese Zahlen könnten nochmal steigen, wenn nur Batteriezellen der VW-Tochter PowerCo für die zusätzliche Produktion genutzt würden.

Susanne Goetz, Senior Referentin E-Mobilität bei T&E Deutschland, sagt: „Die EU-Kommission hat mit dem Gesetz für Firmenwagenflotten und dem Industriel Accelerator Act starke Vorschläge gemacht, die Europas Umstieg auf E-Autos in europäische Arbeitsplätze verwandeln können. Das Beispiel VW zeigt, dass Deutschland als starker Industriestandort besonders profitieren könnte. Wenn die Bundesregierung wirklich Jobs bei VW schützen will, sollte sie aufhören, die geplanten Gesetze zugunsten von Verbrennern zu verwässern. Das jüngste Auto-Abkommen von Merz und Macron ist an Kurzsichtigkeit kaum zu übertreffen. Es wäre katastrophal für die europäische Autoindustrie. Was wir jetzt brauchen ist strategische Industriepolitik statt ideologische Spielereien!”

Laut T&E geht es aktuell nicht mehr um die Frage, wie schnell sich die Elektromobilität verbreitet, sondern ob die EU ernsthaft im Wettbewerb mit China bestehen möchte. Das Nachfragepotenzial von Firmenwagen nicht zu nutzen, wäre eine kurzsichtige Fehlentscheidung in einer Zeit, in der europäische Automobilhersteller durch sinkende Verkäufe in China verstärkt auf den Heimatmarkt angewiesen sind und ihre lokalen Produktionskapazitäten ausbauen könnten.

Susanne Goetz sagt: „Deutsche Hersteller kämpfen mit schwindendem Autoabsatz in China. Das macht den Heimatmarkt wichtiger und genau hier setzt die Initiative der EU an: Sie fördert Elektromobilität made-in-Europe. Deutschland kann es sich nicht leisten, weiterhin mit Steuergeldern E-Autos zu fördern, die kaum oder keine europäische Wertschöpfung enthalten. Diese Politik ist kurzzsichtig und verschwenderisch.“

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