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Grüner Stahl

Stahl ist unverzichtbar für die Autoproduktion, doch seine Herstellung ist mit hohen Emissionen verbunden. Um die CO₂-Ziele im Verkehrssektor zu erreichen, muss daher dringend auf grünen Stahl umgestellt werden. Der Automobilsektor ist der zweitwichtigste Abnehmer von Stahl. Damit hat er das Potential, Nachfrage nach grünem Stahl zu generieren und den europäischen Markt auszubauen.

19% des EU-Stahls fließt in die Autoproduktion

16 - 27 % der CO₂-Emissionen bei der Autoproduktion entfallen auf Stahl

Warum muss Stahl grüner werden?

Die Stahlherstellung ist überwiegend kohle-basiert und somit sehr energieintensiv. Der Sektor ist für 7 Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen und 30 Prozent der Industrieemissionen in Deutschland verantwortlich. Die weltweite Stahlnachfrage wird voraussichtlich bis 2050 um mehr als ein Drittel steigen. Daher brauchen wir dringend grüne Verfahren zur Stahlherstellung. Grüner Stahl wird ohne fossile Brennstoffe und stattdessen mit grünem Wasserstoff hergestellt oder aus Altstahl recycelt. 


EU-Stahlunternehmen wollen die Kapazitäten für grünen Stahl bis 2030 um 34 Millionen Tonnen erhöhen, doch viele haben ihre Pläne auf Eis gelegt oder verschoben. So laufen wir Gefahr, unsere Klimaziele im Industriesektor zu verfehlen. Dadurch werden nicht nur Tausende von Arbeitsplätzen in der europäischen Industrie gefährdet, sondern auch die künftige Wettbewerbsfähigkeit einer ganzen Branche, während China bereits 2026 mit der Produktion von grünem Stahl beginnen wird.

Wie können wir das Potential von grünem Stahl freisetzen?

Untersuchungen von T&E haben gezeigt, dass 40 Prozent grüner Stahl in Neuwagen bis 2030:

  • Den Preis eines E-Autos um nur 57€ erhöhen

  • Emissionen aus der Automobilherstellung um 6,9 Millionen Tonnen CO₂ reduzieren

Bis 2040 werden die Mehrkosten voraussichtlich auf etwa 8 Euro pro Fahrzeug sinken und damit nahezu Preisparität erreichen. Damit ist grüner Stahl ein kosteneffizienter Weg für die Automobilbranche, klimaneutral zu produzieren.

Welche Autohersteller sind führend im Bereich grüner Stahl?

Gemeinsam mit dem Lead the Charge-Netzwerk haben wir die Verpflichtungen der Automobilhersteller zu grünem Stahl in drei Schlüsselbereichen bewertet:

  • 1

    Veröffentlicht das Unternehmen die Treibhausgasemissionen entlang der Stahllieferkette?

  • 2

    Hat das Unternehmen konkrete Ziele für die Verwendung von grünem Stahl festgelegt? Sind die Fortschritte bei der Erreichung dieser Ziele öffentlich zugänglich?

  • 3

    Werden konkrete Maßnahmen zur Dekarbonisierung der Stahllieferketten umgesetzt, beispielsweise vertragliche Kaufvereinbarungen?

Volvo führt das Ranking an und schneidet bei allen Indikatoren gut ab. Die deutschen Hersteller hinken etwas hinterher, insgesamt beschleunigt sich aber der Fortschritt. Im Jahr 2023 erzielten zwei Drittel der Automobilhersteller null Punkte; 2025 sind es weniger als ein Drittel. Um diesen Trend aufrechtzuerhalten, benötigt die Automobilindustrie einen klaren rechtlichen Weg für die Verwendung von grünem Stahl in Neufahrzeugen.