Mehr Auswahl für Kunden durch Welle erschwinglicher E-Autos: Absatz von Modellen unter 25.000 Euro wird sich 2026 versiebenfachen
Dank der EU-Flottengrenzwerte für Pkw wächst die Auswahl an E-Autos rasant. Der Hochlauf erschwinglicher Modelle und die Position der europäischen Autobauer im weltweiten Wettbewerb sind jedoch gefährdet, sollte die EU dem Druck aus der Branche nachgeben und die Ziele für 2030 bis 2035 abschwächen.
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Europäische Autofahrer und Autofahrerinnen können aktuell aus einem schnell wachsenden Angebot erschwinglicherer E-Autos wählen und sich damit vor den hohen Kosten der europäischen Ölabhängigkeit schützen. Ein neuer T&E-Bericht zeigt, dass die CO2-Flottengrenzwerte der EU Wirkung zeigen: Im ersten Halbjahr 2026 erreichten die Verkaufszahlen von E-Autos Rekordwerte. Der Absatz von Modellen mit einem Einstiegspreis von unter 25.000 Euro dürfte 2026 siebenmal so hoch sein wie 2024. T&E warnt, dass eine Abschwächung der Flottengrenzwerte den Hochlauf kleiner, erschwinglicher E-Autos ausbremsen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit europäischer Autohersteller beeinträchtigen würde.
Der Bericht zeigt, dass die Regulierung wirkt und erschwingliche Modelle auf den Markt bringt. Im ersten Halbjahr 2026 wurden fast 40 neue Elektromodelle eingeführt. Damit stieg die Zahl der elektrischen Modelle für den Massenmarkt auf mehr als 150. Insgesamt werden bis Ende 2026 rund 60 neue Modelle erwartet. Das sind fast viermal so viele wie die durchschnittlich 15 neuen Modelle pro Jahr im Zeitraum von 2021 bis 2025. Gleichzeitig wird die Nachfrage nach E-Autos mit einem Einstiegspreis von unter 25.000 Euro endlich bedient: Die Zahl der verfügbaren Modelle hat sich inzwischen verdoppelt. 2026 dürfte der Absatz dieser Modelle siebenmal so hoch sein wie noch 2024.
Susanne Goetz, Senior Referentin bei T&E Deutschland, sagt: „Europäische Autofahrerinnen und Autofahrer bekommen endlich mehr von den kleineren und erschwinglicheren E-Autos, auf die sie lange gewartet haben. Die Ölkrise hat das Interesse europäischer Verbraucher an bezahlbaren E-Autos zusätzlich angeheizt. Der ID.Polo von VW war beispielsweise schnell ausverkauft – mit mehr als 40.000 Bestellungen und einer Wartezeit von zehn Monaten. Die europäischen Autohersteller haben lange über eine mangelnde Nachfrage geklagt. Jetzt ist klar: Das Problem war nicht die Nachfrage, sondern ihr Angebot. Das Interesse der Verbraucherinnen an kleinen, erschwinglichen E-Autos widerlegt die Behauptungen der Autohersteller.“
Der Bericht zeigt außerdem, dass E-Autos niedrigere Betriebskosten bieten und vor stark steigenden Kraftstoffpreisen schützen. Der Ölpreisschock hat die Straßenverkehrsteilnehmer:innen in der EU 53 Milliarden Euro gekostet. Mitte September kostete eine 50-Liter-Tankfüllung Diesel 30 Euro mehr als vor dem Iran-Krieg. Wer zu Beginn der Krise auf ein E-Auto umgestiegen wäre, hätte bis Mitte September rund 350 Euro an Betriebskosten eingespart.
Die Kombination aus einer Welle neuer Elektromodelle und hohen Energiepreisen lässt die Verkaufszahlen von E-Autos in der EU 2026 auf Rekordniveau steigen. Zwischen Januar und August wurden insgesamt 1,64 Millionen E-Autos verkauft – 45 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Im zweiten Quartal 2026 übertrafen die Verkaufszahlen von E-Autos erstmals über ein vollständiges Quartal hinweg jene reiner Benziner. Ihr Marktanteil lag bei 22 Prozent. Es ist daher zu erwarten, dass alle europäischen Autohersteller die Zielvorgaben für 2025 bis 2027 erfüllen. Während der Phase der niedrigen Zielvorgaben von 2021 bis 2024 hatten die Hersteller nur geringe Anreize, erschwingliche Modelle auf den Markt zu bringen. Die verschärften Zielwerte in den Jahren 2025-2027 haben dafür gesorgt, dass die Hersteller neue Modelle jetzt lancieren.
Susanne Goetz sagt: „Die EU-Ziele für Pkw vergrößern die Auswahl für Verbraucherinnen, machen den Umstieg auf E-Mobilität billiger und geben europäischen Herstellern die Chance, im weltweiten Wettbewerb um E-Autos mitzuhalten. Würde das Ziel für 2030 jetzt abgeschwächt, könnte das Angebot erschwinglicher Modelle um fast drei Viertel einbrechen. Das wäre fatal, da genau diese Modelle erst jetzt auf den Massenmarkt kommen und Millionen Menschen in Europa erstmals die Chance geben, aus der fossilen Falle zu kommen.“
ENDE
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