Die Dekarbonisierung des Lkw-Fernverkehrs in Deutschland
Effizienzmaßnahmen wie die Verbesserung der Kraftstoffeffizienz von konventionellen Diesel-Lkw, Anreize zur Güterverkehrsverlagerung auf Schiene und Wasserstraße sowie die Steigerung der Logistikeffizienz können zur Senkung der Güterverkehrsemissionen in Deutschland beitragen, reichen aber nicht aus, um die Klimaziele des Landes für 2030 und 2050 zu erreichen. Dazu müssen Lastkraftwagen (Lkw) bis spätestens 2050 komplett dekarbonisiert werden.
In der vorliegenden Studie werden die Systemkosten sowie die Gesamtbetriebskosten (TCO) derjenigen Fahrzeugtechnologien analysiert, die eine Dekarbonisierung der deutschen Lkw-Fernverkehrs-Flotte ermöglichen. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass unter den heutigen Annahmen, den zu erwartetenden Marktentwicklungen und den absehbaren technologischen Kostensenkungen batterieelektrische Fernverkehrs-Lkw und Oberleitungs-Lkw höchstwahrscheinlich der kostenwirksamste Weg sein werden, um den allergrößten Teil der heutigen dieselbetriebenen Fahrzeugflotte zu ersetzen und schließlich bis 2050 Null Well-to-Wheel-Treibhausgasemissionen (THG) im Straßengüterverkehr zu erreichen.
Im Vergleich zu mit fossilem Diesel betriebenen Lkw könnten Fernverkehrs-OC-BEV die Kostenparität bei den Gesamtbetriebskosten (TCO) bereits vor Mitte der 2020er Jahre, BEV Mitte der 2020er Jahre und FCEV um das Jahr 2030 erreichen. Fernverkehrs-BEV und -OC-BEV dürften kostentechnisch auch dann den mit strombasierten Kraftstoffen betriebenen FCEV und ICEV überlegen sein, wenn diese Kraftstoffe in Nordafrika unter idealen Bedingungen produziert und nach Deutschland importiert werden würden.
Die Bundesregierung sollte sich auf eine wirksamere Regulierung sowohl auf nationaler als auch auf EU-Ebene sowie auf gezielte Finanzierungsanreize für emissionsfreie Lkw und die dazugehörige Infrastruktur konzentrieren. Eine Reform der Kaufprämie und der Lkw-Maut hätte erheblichen Einfluss auf die Gesamtbetriebskosten (TCO) emissionsfreier Lkw. So könnten unter den richtigen politischen Rahmenbedingungen Fernverkehrs-BEV möglicherweise schon 2024 und FCEV kurze Zeit später die Kostenparität mit fossilen Diesel-Lkw erreichen.
Verkauf von elektrischen Nutzfahrzeugen steigt stark an: Deutschland nach Frankreich zweitgrößter Produzent in der EU
Elektrische leichte Nutzfahrzeuge könnten bis 2030 einen Marktanteil von 43 Prozent der Verkäufe in der EU erreichen und bis 2031 sogar 50 Prozent. Fo...
Iran-Krise: Dieselkosten steigen monatlich um 1.210 Euro pro Lkw
In Deutschland steigen die Treibstoffkosten für Diesel-Lkw 2,5-mal mehr als die für E-Lkw. E-Lkw könnten die europäischen Ölimporte bis 2035 um 22 Pro...
E-LKW: Zulassungen steigen europaweit deutlich, Deutschland im Mittelfeld
T&E fordert Festhalten an Flottengrenzwerten für LKW, um Trend weiter zu beschleunigen. Hochlauf von E-LKW bringt Vorteile für deutsche LKW-Hersteller...