Hersteller bringen wegen CO2-Zielen billigere E-Autos auf den Markt: Durchschnittspreis um 1.800 Euro gesunken
Preisparität mit Verbrennern könnte sich verzögern, wenn Ziele für 2030 abgeschwächt werden
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Laut einer neuen T&E-Analyse ist der Durchschnittspreis für E-Autos in der EU zum ersten Mal seit 2020 gesunken. Der Grund dafür sind die CO2-Ziele für Pkw. Um sie zu erreichen bringen die Hersteller jetzt mehr erschwinglichere Modelle auf den Markt. Die Analyse zeigt auch, dass alle Hersteller auf dem Weg sind, die Emissionsziele für 2025-2027 zu erreichen. Zudem kann infolge der Ziele für 2030 die Preisparität in allen Fahrzeugsegmenten erreicht werden.
Der durchschnittliche Preis für E-Autos in der EU ist 2025 um 1.800 Euro (-4 Prozent) auf 42.700 Euro gesunken, so T&E. Der Rückgang ist vor allem auf die Einführung erschwinglicher kleiner E-Modelle im B-Segment zurückzuführen, wo der Durchschnittspreis um 13 Prozent sank. Günstigere Modelle für den Massenmarkt wie der Citroën ë-C3 und der Renault 5 wurden rechtzeitig auf den Markt gebracht, um den Automobilherstellern zu helfen, die ursprünglichen Ziele für 2025 zu erreichen (die inzwischen bis 2027 aufgeschoben wurden).
Der Preisrückgang steht im Gegensatz zum Zeitraum 2020 bis 2024, in dem der durchschnittliche Preis für E-Autos laut Bericht um 5.000 Euro angestiegen war – trotz sinkender Kosten für Batterien und andere Komponenten. Laut T&E hatten es in diesem Zeitraum die schwachen CO2-Ziele den Herstellern ermöglicht, sich auf den Verkauf größerer E-Autos zu konzentrieren.
Sebastian Bock, Geschäftsführer von T&E Deutschland, sagt: „Die Flottengrenzwerte helfen dem Klima und machen sich im Portemonnaie bemerkbar: Dank der CO2-Ziele gibt es in Europa nun endlich günstigere E-Autos. Wenn wir jetzt Kurs halten und die Ziele für 2030 nicht verwässern, sind neue E-Autos bald billiger als Verbrenner. Das hilft vielen Deutschen aus der fossilen Falle, die sie gerade wieder an der Zapfsäule spüren müssen.“
Laut Analyse haben Autohersteller, die die Hälfte des Marktes repräsentieren, das EU-Ziel für 2025–2027 bereits zwei Jahre vor Ablauf der Frist erreicht. Aktuell liegen nur Renault und Volkswagen zurück, werden ihr Ziel aber voraussichtlich bis Ende 2027 erreichen.
Bereits 2024 erreichten E-Autos in den Segmenten D und E Preisparität mit Verbrennern. E-Autos in den Segmenten A, B und C dürften bis 2030 Preisparität mit Verbrennern erreichen, wenn die Kostensenkungen an die Verbraucher:innen weitergegeben werden. Das könnte sich jedoch verzögern, wenn die EU die Flottengrenzwerte für 2030 abschwächt, wie es die Europäische Kommission vorgeschlagen hat. Das würde Herstellern höhere Margen ermöglichen. Ein durchschnittliches E-Auto könnte 2030 um 2.300 Euro teurer sein, als unter dem aktuellen Ziel.
Der Vorschlag der EU-Kommission, das Ziel für 2030 über drei Jahre zu mitteln, würde laut T&E-Prognose in diesem Jahr zu einem Rückgang der Marktanteile von E-Autos von 57 Prozent auf 47 Prozent führen. Die Forderung der Automobilindustrie, das Ziel über fünf Jahre zu mitteln, würde zu einem Marktanteil von nur 32 Prozent im Jahr 2030 führen. Laut T&E würde das den Umstieg auf E-Autos behindern und die EU im globalen Wettlauf um E-Mobilität weiter zurückfallen lassen. Das würde weitere Arbeitsplätze und Investitionen gefährden.
Sebastian Bock sagt: „Wir dürfen uns nicht der Illusion hingeben, wir könnten unsere heimische Industrie durch eine Absenkung von Standards nachhaltig schützen. Wenn die CO2-Ziele für 2030 gelockert werden, verzögert das lediglich den kommenden Preisrutsch bei E-Autos und sichert kurzfristige Margen und Dividenden auf Kosten der langfristigen Zukunftsfähigkeit. In der Zwischenzeit schläft die internationale Konkurrenz nicht: Chinesische Hersteller drängen bereits heute massiv in den europäischen Markt und überholen bei den Plug-in-Hybriden sogar unsere traditionsreichen Premiummarken. Deutschlands Antwort darauf muss technologische Exzellenz und globaler Führungsanspruch sein, nicht das Aufweichen von Zielen.“
ENDE
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