Bereit für die Skalierung: Europa kann Batteriezellen-Nachfrage decken und die lokale Wertschöpfung ausbauen
Local-Content-Vorgaben für Batteriekomponenten sichern die Nachfrage nach Zellen und Investitionen in die Produktion von Kathodenaktivmaterial
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Eine neue T&E-Analyse zu den Local-Content-Vorgaben für Batteriezellen und Kathoden im Industrial Accelerator Act (IAA) der EU kommt zu dem Ergebnis, dass bis 2030 ausreichend Batteriezellen „Made-in-EU” zur Verfügung stehen werden. Die Analyse widerspricht den jüngsten Behauptungen der Automobilindustrie, dass die Local-Content-Vorgaben zu ambitioniert seien.
Europa hat die Chance, eine eigene Batterieindustrie aufzubauen. Das hängt jedoch in hohem Maße von einer sicheren Nachfrage ab. Um mit chinesischen Batterieimporten konkurrieren zu können, ist schnelle und gezielte Unterstützung entscheidend. Made-in-EU-Anforderungen an Zellen und Kathodenaktivmaterial könnten im Jahr 2027 zu einem Anstieg der Nachfrage nach europäischen Batterien um 34 Prozent gegenüber dem aktuellen Referenzwert führen.
Die T&E-Analyse zeigt, dass die EU ausreichend Batteriezellen für alle in der EU hergestellten E-Autos bereitstellen kann, die in den Geltungsbereich des IAA fallen. Das umfasst Firmen- und Privatwagen, die Fördermittel erhalten. Voraussetzung dafür ist, dass alle Projekte tatsächlich umgesetzt werden, auch die mit mittlerer Umsetzungssicherheit.
Susanne Goetz, Senior Referentin E-Mobilität bei T&E Deutschland, sagt: „Die industrielle Wettbewerbsfähigkeit Europas hängt von einer einfachen Frage ab: Werden sich hochwertige Arbeitsplätze im Bereich clean tech in Europa ansiedeln oder in Asien bleiben? Eine starke lokale Batterie-Wertschöpfungskette könnte uns unabhängiger machen und in einer kritischen Phase im Automobilsektor Arbeitsplätze sichern. Es ist nicht zu spät, den deutschen Batteriestandort zu stärken und diese Arbeitsplätze und Investitionen nach Deutschland zu holen."
Das Nadelöhr der europäischen Batterie-Wertschöpfungskette sind Kathodenaktivmaterialien (CAM) und deren Vorprodukte (pCAM). Diese werden im Produktionsprozess zu Zellen verarbeitet. China dominiert die weltweite pCAM- und CAM-Produktion für Lithium-Ionen-Batterien und kontrolliert je nach Zellchemie bis zu 90 Prozent der weltweiten Produktionskapazität. Der EU-Batterieindustrie fehlen weiterhin verbindliche Abnahmeverträge und zusätzliche Investitionen in CAM- und pCAM-Anlagen.
Eine neue T&E-Karte bildet die Kapazitäten für die Zell- und pCAM-/CAM-Produktion auf dem gesamten Kontinent ab. Sie verdeutlicht, wie groß das Potenzial in Europa ist und was auf dem Spiel steht. CAM- und pCAM-Anlagen brauchen umfangreiche, stabile Abnahmevereinbarungen mit europäischen Zellherstellern, die wiederum von einem robusten Markt für E-Autos abhängen. Die CAM-Anforderungen für Firmenwagen im Rahmen des IAA sind realisierbar, doch zur Deckung der Nachfrage bei Privatfahrzeugen sind zusätzliche Kapazitäten erforderlich. Ebenso sollte in den IAA eine Mindestschwelle für Made-in-EU pCAM aufgenommen werden, die mit Partnerländern zu erfüllen ist. pCAM ist der Teil der europäischen Batterie-Wertschöpfungskette, der am stärksten gefährdet ist.
„Seit dem Aus für Northvolt herrscht in Deutschland viel Skepsis, ob der Aufbau einer heimischen Batterieindustrie möglich ist. Dabei zeigen unsere Daten, dass Deutschland schon jetzt ein relevanter Standort im europäischen Batterieökosystem ist und über großes Potential verfügt. Wenn in Berlin über die Zukunft der deutschen Industrie gestritten wird, geht es viel um Produkte der Vergangenheit wie den Verbrennungsmotor. Es ist Zeit, dass Industriezweige der Zukunft, wie die Batterieindustrie, in den Fokus genommen werden. Unterstützung für einen effektiven IAA wäre hier ein wichtiger Schritt.“, schließt Goetz.
ENDE
Hinweis für die Redaktion:
[1] Dem aktuellen Vorschlag der EU-Kommission zufolge müssten Batteriekomponenten für Firmenfahrzeuge innerhalb der EU hergestellt werden, während subventionierte Privatfahrzeuge bei Freihandelspartnern produziert werden könnten. Zu den wichtigsten Annahmen der T&E-Analyse gehören: Der IAA gilt für E-Autos und Lieferwagen, die Zellproduktion in der EU umfasst LFP- und NMC-Projekte, das Verhältnis zwischen privaten und gewerblichen Absatzkanälen bleibt unverändert, die Zellnachfrage umfasst Fahrzeuge, die bereits EU-Zellen verwenden und verlagerte Zellnachfrage für förderfähige, in der EU montierte E-Autos. Die Annahmen zum Produktionshochlauf sind bewusst pessimistisch gewählt.
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